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20.6.2016

Zwischen Anerkennung und Genuss

Arno Schmidt hat in Schwarze Spiegel geschrieben, dass ein Leben nur dafür reicht, sich dem Werk eines großen Denkers zu widmen. Das ist bei den Trauben nicht anders! Als Autodidakt kann man Kennerschaft nur dann erwerben, wenn man sich auf einen Gegenstand konzentriert. Wir träumen natürlich davon, das Gewand der Jugend irgendwann abzustreichen und von den Alten als ebenbürtig anerkannt zu werden (Vinum lac senum). 
Dass unsere Wahl auf den Spätburgunder fiel, hat in erster Linie pragmatische Gründe. Der wichtigste ist der, dass sich am Spätburgunder die Geister scheiden. Denn dem rohen Gaumen ist er zu schwach, mild oder dünn. Die wahren Kenner hingegen wissen gerade die subtile Vielfältigkeit zu schätzen (Ex ungue leonem). Wer also für Genuss und Anerkennung trinkt und hierbei aus Mangel an Zeit und Geld gern Irrungen vermeidet, der soll sich gleich uns auf den Spätburgunder spezialisieren.

 

Wir hoffen, dass unsere Erfahrungen ein Wegweiser sind. Denn anders als viele reiche Kinder hatten wir keinen Mentor, der uns väterlich an die Hand nahm. Schlechte Empfehlungen und gierige Händler haben uns ein hohes Lehrgeld abverlangt (Fata viam invenient).