Schirmherrschaft

Veröffentlichung eines lateinischen Lobgedichtes auf Jacob Duijn

Laus Duijni

Von einem unbekannten Dichter (poeta ignotus)

Tibi laus est, Iacobi, in quibus vineis / Vinum crescit forma sub uvae, / Vinum, dico, quod non solum / Solum ferax sole sub ardenti / Sed etiam peritia vinitoris / Tuaque sapientia alet! / Te propter eam sapientiam, / Laudare, Iacobi, opus est.

Interlinearübersetzung für Deutsche: Du seist gelobt, Jacob, in dessen Weingärten / Wein wächst in Form der Traube, / Wein, sag ich, den nicht allein / Fruchtbarer Boden unter heißer Sonne, / Sondern auch die Erfahrung des Winzers / Und deine Weisheit gedeihen lässt. / Dich wegen dieser Weisheit / Loben, Jacob, ist notwendig.

Großer Anspruch, kleiner Beutel: Knipsers Blauer Spätburgunder

Einer der besten deutschen Spätburgunder, die man für um die 10 € kaufen kann. Kommt auch immer fertig gereift auf den Markt. Das Aushängeschild deutscher Qualität, eine Flasche geht immer. Ich kaufe regelmäßig Knipsers Blauen Spätburgunder, um meinen Geschmack zu erden. Er zeigt was möglich ist und setzt Maßstäbe. Geschmacklich für 10 € wirklich eine absolute Bombe. Toll ist auch, dass es ihn in zwei Größen gibt: 0,375 l. und 0,75 l.

Kurz zu den Einsatzmöglichkeiten:

Die kleine Flasche habe ich immer vorrätig. Ein praktischer Begleiter für z.B. den Festgottesdienst oder aber einen Spaziergang im Wald. Gut aber auch, wenn mal zufällig wo ist, wo es nur schlechten Wein gibt: dann zückt man heimlich das Fläschchen und füllt sein Glas unterm Tisch; gut auch für die Oper oder das Theater. Der kleine Knipser bringt einfach Spaß und Qualität in den Alltag. Lacher sind auch immer garantiert, wenn man ihn rausholt. Dem Wegbier in jedem Fall vorzuziehen.

Die Große Flasche ist ebenfalls voll gut und sieht auch schön aus: tolle Silhouette und schlanker Hals, fast schwanenartig. Das Wappen wirkt ebenso traditionell, stylisch und wertig.

Ich empfehle diesen Wein für Männer und Frauen, die immer alles richtig machen und wissen, was sie im Leben wollen. Der Knipser ist aber auch für Blender geeignet, die im Grunde keine Ahnung haben, aber Respekt schinden wollen. Wird der Knipser kredenzt, zweifelt keiner Kennerschaft an.

Zwischen Anerkennung und Genuss

Arno Schmidt hat in Schwarze Spiegel geschrieben, dass ein Leben nur dafür reicht, sich dem Werk eines großen Denkers zu widmen. Das ist bei den Trauben nicht anders! Als Autodidakt kann man Kennerschaft nur dann erwerben, wenn man sich auf einen Gegenstand konzentriert. Wir träumen natürlich davon, das Gewand der Jugend irgendwann abzustreichen und von den Alten als ebenbürtig anerkannt zu werden (Vinum lac senum).  Dass unsere Wahl auf den Spätburgunder fiel, hat in erster Linie pragmatische Gründe. Der wichtigste ist der, dass sich am Spätburgunder die Geister scheiden. Denn dem rohen Gaumen ist er zu schwach, mild oder dünn. Die wahren Kenner hingegen wissen gerade die subtile Vielfältigkeit zu schätzen (Ex ungue leonem). Wer also für Genuss und Anerkennung trinkt und hierbei aus Mangel an Zeit und Geld gern Irrungen vermeidet, der soll sich gleich uns auf den Spätburgunder spezialisieren. Wir hoffen, dass unsere Erfahrungen ein Wegweiser sind. Denn anders als viele reiche Kinder hatten wir keinen Mentor, der uns väterlich an die Hand nahm. Schlechte Empfehlungen und gierige Händler haben uns ein hohes Lehrgeld abverlangt (Fata viam invenient).

Ein Blog nimmt seinen Betrieb auf…

Wir vom sptbrgndr sind keine Experten. Wir sind reine Dilettanten, die ganz dilettantisch dem Spätburgunder voll und ganz verfallen sind. Wir denken, dass Deutscher Spätburgunder der beste Wein der Welt ist und wir geben zu, dass wir total auf das Corporate-Design des VDP stehen. Der Traubenadler zieht uns an und lässt die Herzen höher schlagen. Dort wo er sich niederlässt, wollen wir trinken: Apila non captat muscas.

Im sptbrgndr wollen wir unserer stümperhaften Weinromantik ein Denkmal setzen. Doch nicht aus Eigennutz! Denn es ist immer schön zu sehen, wie die sensorische Jugend sich zur Reife trinkt – so eine Dokumentation des Weingenusses kann sogar dem Experten bedeutsam werden und auch der gemeine Burgunderdilettant wird vielleicht Dankbarkeit für den einen oder anderen Hinweis empfinden.

Der Spätburgunder, prächtig anzusehen, leuchtet uns in den schönsten Farben. Mancher so hell zu lieblich wie ein dünn geschliffener Rubin, durch den die Abendsonne strahlt, anderer so tiefrot wie die reifen Kirschen. Dieses gewaltige Spektrum findet man bei keiner anderen Sorte.